Jahreshauptversammlung findet große Zustimmung

Teil I
Nach den Jahren 2020 und 2021 konnte in diesem Jahr, wenn auch zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt, die Hauptversammlung der Kreisgruppe des Rhein-Lahn-Kreises stattfinden.
Nach der Begrüßung durch die vereinigten Bläsergruppen des Kreises zeigte sich Kreisgruppenvorsitzende Angela Warkentin sehr erfreut über die zahlreichen Ehrengäste und Mitglieder, die den großen Saal füllten.
Leider war die Liste der in den letzten drei Jahren verstorben Mitglieder sehr groß. Beim letzten Halali durch die Bläser wurde ihnen in einer Schweigeminute gedacht.
Der frisch ernannte Landrat des Rhein-Lahn-Kreises Jörg Denninghoff begrüßte die Versammlung und dankte der Jägerschaft für geleistete Tätigkeiten rund um Wild, Wald und Gesellschaft. Nur in gemeinsamen Absprachen und Miteinander seien die großen Aufgaben zu bewältigen.
Landtagsvizepräsident Matthias Lammert drückte ebenfalls deutlich seine Wertschätzung für die Jäger aus und forderte, dass die Jagdsteuer auf keinen Fall wieder erhöht werden dürfe, auch wenn die Kreiskasse leer sei. „Jagen ist kein Freizeitvergnügen, sondern systemrelevant!“
Angela Warkentin berichtet über die Vielzahl der zu bewältigenden Aufgaben.
Schon früh initiierte der Vorstand eine Verantwortungsgemeinschaft bestehend aus Waldbesitzern, Forstleuten und der Jägerschaft. Partnerschaftlich wird hier das Thema Wild und Wald im Klimawandel erarbeitet.
Positiv sei, dass 18 Interessierte an der Jungjägerausbildung teilnehmen. Die Ausbildung durch die Kreisgruppe erfreut sich großer Beliebtheit.
Leider mangelt es, vermutlich auch bedingt durch die anhaltenden Einschränkungen der Pandemie, in vielen Bereiche an Aktiven. So fehlen Bläser in den einzelnen Gruppen. Besonders werden hier junge, engagierte Menschen gesucht.
Ebenfalls möchte sich das Team rund um die Waldschule vergrößern. Auch wird Unterstützung gesucht.
Erschütternd waren die Teilnehmerzahlen an den meisten Hegeringversammlungen. Vorstände konnten teilweise nicht gewählt werden. Dies veranlasste den Kreisvorstand dazu, einen „Brandbrief“ an alle Mitglieder zu versenden. Die Auswertung der Rückantworten wird hoffentlich Aufschluss darüber geben, wie die Wünsche an die Vorstände sind.
Kreisjagdmeister Rüdiger Klotz blickte auf die letztjährige Strecke zurück. „Wir haben das Glück, in einem der wildreichsten Kreise der Bundesrepublik zu leben, in dem 5 Schalenwildarten bejagt werden müssen. So kamen in 21/22 zur Strecke 420 Stück Rotwild, 150 Stück Damwild, 220 Stück Muffelwild, 5500 Stück Schwarzwild und 5800 Stück Rehwild.“
Die große Herausforderung an die Jägerschaft sieht er in der Novellierung des Landesjagdgesetzes. Jagdarten wie die Bau- und Fangjagd, Jagdliches Kulturgut wie die Jägersprache, Hege und Waidgerechtigkeit sollen ersatzlos gestrichen werden.
Nach einer ausführlichen Darstellung zur ASP und weitere Tierkrankheiten durch das Veterinäramt der Kreisverwaltung konnten die Obleute der einzelnen Bereiche über ihre Tätigkeiten berichtet.
Ebenfalls interessant waren die Darstellungen von Daniel Bröder. Er ist der Drohnenpilot der kreisgruppeneigenen Drohne. Zahlreiche Einsätze konnten zahllosen Kitzen vor dem sicheren Mähtod retten.






Rüdiger Klotz als Kreisjagdmeister bestätigt 
 
Pandemiebeding mit zweijähriger Verspätung wurden die Wahlen des Kreisjagdmeisters und des Kreisjagdbeirates durchgeführt. 
Mit überwältigender Mehrheit wurde Rüdiger Klotz erneut zum Kreisjagdmeister bis 2028 gewählt. Sein neuer ist Stellvertreter Udo Rau, der ebenfalls auf ein hervorragendes Ergebnis kam. 
Landrat Jörg Denninghoff gratulierte den beiden sowie dem neu gewählten Kreisjagdbeirat und wünschte sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit. 


 


Wolfsbestätigung an der Loreley


Schon seit Längerem gab es immer wieder Hinweise auf die Präsenz von Wölfen im Rhein-Lahn-Kreis. Sichtungen, Wildkamerafotos und Risse deuteten auf ihre Anwesenheit. Bislang fehlte aber die DNA-Bestätigung. 
Jetzt wurde von einem aufmerksamen Spaziergänger auf einem Wirtschaftsweg zwischen Bornich und Weisel wolfstypische, mit Knochenresten durchsetzte Losung gefunden, die der Großcarnivoren-Beauftragte Thomas Isselbächer dann durch die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) in Trippstadt untersuchen ließ. Die genetische Untersuchung ergab, dass es sich um einen Wolf aus einer norddeutschen Population handelt.
Kreisjagdmeister Rüdiger Klotz: „Ich vermute einen wandernden Jungwolf, der die Region auch wieder verlassen könnte. Allerdings: Warum sollte er? Gerade die Verbandsgemeinde Loreley bietet Wölfen alles, was sie brauchen: die Rheinhänge als Rückzugsgebiet, Nutztierhaltung in Form von Schafen und Ziegen und ein reichhaltiges Muffelvorkommen. Betrachtet man den verheerenden Einfluss des Wolfes auf die ostdeutschen Bestände unseres Wildschafes, dann sehe ich schwarz für unsere vitale, immer wieder Medaillen-Widder hervorbringende Population. Nicht unerheblich ist auch die Frage, wie Spaziergänger bei einer Begegnung auf dem engen steilen Rheinsteig reagieren, wenn ihnen ein Wolf begegnet. Normalerweise ist der Wolf ein scheues Wildtier, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass der Wolf, der in Deutschland nicht bejagt werden darf, seine natürliche Scheu vor dem Menschen verloren hat. Ein Weglaufen könnte den Beutetrieb des Wolfes wecken.“


Kontakt: Großcarnivorenbeauftragter Rhein-Lahn-Kreis
Thomas Isselbächer
0176 61689585